Autos werden zur Leinwand
Zum ersten Mal überhaupt werden alle 20 BMW Art Cars an einem Ort versammelt. Die Ausstellung findet im Sommer am Firmensitz in München statt.
Anlässlich dieses Ereignisses werfen wir einen Blick auf jedes einzelne Fahrzeug, um seine Geschichte zu entdecken und mehr über die beteiligten Künstler zu erfahren.
Viele Fahrzeuge basieren auf Rennmodellen, während andere auf serienmäßigen Limousinen oder Sportwagen aufbauen.
Jedes Fahrzeug wurde von einem berühmten Künstler gestaltet, um dessen persönlichen Stil widerzuspiegeln, und wird hier in der Reihenfolge seiner Entstehung vorgestellt.
1. 1975 BMW 3.0 CSL
Das erste BMW Art Car wurde vom französischen Rennfahrer Hervé Poulain entworfen. Er wollte, dass sein Auto beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1975 einzigartig aussieht.
Der Künstler Alexander Calder schuf ein farbenfrohes Design für das 3.0 CSL Coupé. Das Projekt wurde von BMW-Motorsport-Direktor Jochen Neerpasch unterstützt.
Die leuchtenden Farben sorgten während der Veranstaltung für großes Aufsehen. Obwohl das Auto vorzeitig ausfiel, wurde es schnell zu einem Liebling der Fans.
2. 1976 BMW 3.0 CSL
Frank Stella schuf das zweite BMW Art Car auf Basis eines weiteren 3.0 CSL-Modells. Sein schlichtes Design sah aus, als wäre Millimeterpapier über die Karosserie des Wagens gelegt worden.
Stella erklärte, das Design sei ihm durch Zufall eingefallen, habe aber gut funktioniert. Das schwarz-weiße Muster war in Zeitungen gut zu erkennen und stieß auf großes Interesse.
Die Fahrer Brian Redman und Peter Gregg setzten das Fahrzeug beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1976 ein. Das Auto schied aufgrund von Problemen mit dem Motoröl aus dem Rennen aus.
3. 1977 BMW 320i turbo
Der amerikanische Pop-Art-Künstler Roy Lichtenstein schuf das dritte BMW Art Car auf Basis eines 320i Turbo. Sein Entwurf enthielt Elemente aus Comics, darunter Muster aus Punkten, Linien und einen Sonnenaufgang.
Das Kunstwerk passte gut zur breiten Karosserie des Fahrzeugs und wurde von den Zuschauern positiv aufgenommen.
Das von Marcel Mignot und Hervé Poulain gefahrene Auto belegte den neunten Platz in der Gesamtwertung. Damit war es das erste Art Car, das das 24-Stunden-Rennen erfolgreich absolvierte.
4. 1979 BMW M1
Der Pop-Art-Künstler Andy Warhol bemalte einen M1 für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1979.
Warhol bemalte das Auto selbst mit gewöhnlichen Pinseln, um die visuelle Unschärfe bei hoher Geschwindigkeit darzustellen.
Die Farben wurden direkt aufgetragen, damit sie so wirkten, als würden sie sich mit dem Auto mitbewegen.
Das von Hervé Poulain, Marcel Mignot und Manfred Winkelhock gefahrene Auto zeigte eine gute Leistung. Es beendete das Rennen auf einem beeindruckenden sechsten Platz in der Gesamtwertung.
5. 1982 BMW 635CSi
Für das fünfte Art Car wurde statt eines Rennwagens ein serienmäßiges Straßenfahrzeug verwendet. Der österreichische Künstler Ernst Fuchs wurde mit der Gestaltung des 635CSi-Coupés beauftragt.
Fuchs erklärte, sein Entwurf sei von einem Hasen inspiriert, der über ein brennendes Auto springt. Die aufgemalten Flammen verliehen dem Fahrzeug ein dramatisches Erscheinungsbild.
Fuchs gab diesem speziellen Kunstwerk offiziell den Namen „Fire Fox on a Hare Hunt“. Es stellte eine neue Richtung für die Art-Car-Kollektion dar.
6. 1986 BMW 635CSi
Der amerikanische Künstler Robert Rauschenberg wurde ausgewählt, das sechste Art Car zu gestalten. Er nutzte einen straßentauglichen 635CSi, um ein sogenanntes „mobiles Museum“ zu schaffen.
Rauschenberg brachte modifizierte Fotografien berühmter Gemälde auf der Karosserie an.
Auf der linken Seite waren Kunstwerke von Bronzino zu sehen, während die rechte Seite Werke von Ingres zeigte. Außerdem bemalte er die Räder, das Dach, die Motorhaube, den Kofferraum und die Heckpartie.
7. 1989 BMW M3 Group A
Der australische Aborigine-Künstler Michael Jagamara Nelson entwarf das siebte Art Car. Er gestaltete einen BMW M3 der Gruppe A mit traditionellen Maltechniken um.
Diese von seinem Großvater erlernten handgemalten Techniken erforderten sieben Tage für die Ausführung.
Das Kunstwerk zeigte lokale Landschaften und einheimische Tiere wie Kängurus und Opossums. Vor der Umgestaltung wurde das Fahrzeug bei australischen Motorsportwettbewerben eingesetzt.
8. 1989 BMW M3 Group A
Der australische Künstler Ken Done schuf ein weiteres Art Car unter Verwendung eines zweiten M3-Gruppe-A-Fahrzeugs.
Done bediente sich eines leuchtenden, kühnen Stils, der von australischen Stränden und der Natur inspiriert war. Sein Entwurf umfasste abstrakte Darstellungen tropischer Fische und Vögel.
Vor der Lackierung fuhr der Rennfahrer Jim Richards mit diesem Auto zum Sieg bei einer nationalen Meisterschaft. Anschließend wurde es eigens beiseitegestellt, um ein offizielles Art Car zu werden.
9. 1990 BMW 535i
Der japanische Künstler Matazō Kayama wurde ausgewählt, eine E34 535i-Limousine zu bemalen. Kayama kombinierte traditionelle künstlerische Techniken mit modernen Airbrush-Methoden.
Er trug blaue Schattierungen auf und fügte anschließend kleine Folienstücke hinzu.
Diese Folienelemente bestanden aus Metallmaterialien wie Aluminium, Silber und Gold. Das Kunstwerk basierte auf seinen früheren Werken klassischer japanischer Kunst.
10. 1990 BMW 730i
Der spanische Architekt und Künstler César Manrique bemalte ein BMW 730i-Modell. Manrique entwarf das Kunstwerk so, dass es den Eindruck einer fließenden Bewegung vermittelt.
Er verwendete leuchtende Farben, die er in geometrischen Formen entlang der Karosserie anordnete.
Seine persönliche Leidenschaft für Kraftfahrzeuge war während des gesamten Projekts deutlich zu erkennen. Dieses Design wurde zu einem der bekanntesten Fahrzeuge der Sammlung.
11. 1991 BMW Z1
Der deutsche Künstler A.R. Penck schuf das elfte Fahrzeug der Art-Car-Sammlung. Er war der erste Künstler, der ein Cabrio-Modell verwendete, und entschied sich für einen BMW Z1.
Penck ließ sich von klassischen Höhlenmalereien und dem technischen Design des Autos inspirieren.
Er bedeckte die rote Karosserie mit schwarzen Symbolen, menschlichen Figuren und Tierformen. Für den Künstler stand das Fahrzeug für kreative Freiheit und Fantasie.
12. 1991 BMW 525i
Die südafrikanische Künstlerin Esther Mahlangu schuf das zwölfte BMW Art Car. Sie verwendete traditionelle Ndebele-Wandmalereimuster und trug diese von Hand auf.
Mahlangu probte ihr geometrisches Design zunächst an einer separaten Tür, bevor sie das Fahrzeug bemalte.
Als Basis diente eine weiße 525i-Limousine, die direkt vom Werk bereitgestellt wurde. Sie war die erste Frau, die ein Fahrzeug für die Kollektion gestaltete.
13. 1992 BMW M3 GTR
Der italienische Künstler Sandro Chia entwarf für das Projekt einen M3 GTR-Rennwagen. Im Mittelpunkt seines Konzepts stand die Vorstellung von Menschen, die einem vorbeifahrenden Auto nachschauen.
Er malte zahlreiche menschliche Gesichter auf die Karosserie, um diese Blicke widerzuspiegeln.
Sein Designstil war von der urbanen Straßenkunst seiner Jugend inspiriert. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen Prototypen mit einem 2,5-Liter-Motor.
14. 1995 BMW 850CSi
Der britische Künstler David Hockney schuf das vierzehnte Fahrzeug der Serie. Nachdem er das Modell 850CSi studiert hatte, beschloss er, dessen innere Teile visuell sichtbar zu machen.
Sein Gemälde erzeugte die Illusion, dass die äußere Karosserie vollkommen durchsichtig sei.
Er malte Motorkomponenten auf die Motorhaube und einen kleinen Hund im Innenraum. Das Originalfahrzeug verfügte über einen leistungsstarken Motor mit einer Leistung von 280 kW (375 PS).
15. 1999 BMW V12 LMR
Die amerikanische Künstlerin Jenny Holzer entwarf ein Kunstwerk für einen V12 LMR-Rennwagen. Das Fahrzeug nahm 1999 direkt am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil.
Ihr Entwurf umfasste aufgemalte Textaussagen auf der Oberseite und an den Seiten des Wagens.
Sie verwendete traditionelle blaue und weiße Farben sowie reflektierende Chrommaterialien. Es wurde spezielle Leuchtfarbe aufgetragen, damit die Schriftzüge im Dunkeln leuchten.
16. 2007 BMW H2R
Der Künstler Olafur Eliasson schuf aus dem Wasserstoff-Prototyp H2R ein einzigartiges Art Car. Er entfernte die Außenkarosserie und ersetzte sie durch eine Metallgitterstruktur.
Das Fahrzeug wurde in einen großen Gefrierschrank gestellt, um die Oberfläche mit Eis zu überziehen. Dieses Design bezog sich auf die Anforderungen an die Kühllagerung von Wasserstoff als Kraftstoff.
Das Originalfahrzeug wurde von einem 6,0-Liter-V12-Motor angetrieben, der eine Höchstgeschwindigkeit von 301,95 km/h erreichte.
17. 2010 BMW M3 GT2
Der amerikanische Künstler Jeff Koons schuf das Kunstwerk für einen M3 GT2-Rennwagen. Um das Projekt zu verstehen, fuhr Koons selbst mit voller Renngeschwindigkeit im Auto mit.
Er entwarf farbenfrohe Strömungsgrafiken, um ein visuelles Gefühl von Bewegung zu erzeugen.
Das Kunstwerk wurde auf leichte Vinylfolien gedruckt und auf das Auto aufgebracht. Das Fahrzeug nahm 2010 am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil.
18. 2016 BMW M6 GT3
Die chinesische Künstlerin Cao Fei nutzte für ihr Design digitale Technologie und Augmented Reality. Sie wählte einen M6 GT3-Rennwagen in nicht reflektierendem Carbon-Schwarz.
Auf der dunklen Oberfläche wurden helle Lichtströme angezeigt, die in einem begleitenden Video zu sehen waren.
Betrachter konnten das interaktive digitale Kunstwerk mithilfe einer Smartphone-App erleben. Das Auto wurde von einem 4,4-Liter-V8-Motor angetrieben und vor dem Rennen gesegnet.
19. 2016 BMW M6 GTLM
Der amerikanische Künstler John Baldessari entwarf das neunzehnte BMW Art Car. Er verwendete einen weißen M6 GTLM-Rennwagen, der mit Primärfarben und großen Punkten verziert war.
Auf der Fahrerseite war das Wort „FAST“ in fetten Buchstaben aufgedruckt.
Baldessari bezeichnete es als das schnellste Kunstwerk, das er je geschaffen habe. Das Auto belegte 2017 beim 24-Stunden-Rennen von Daytona ohne Sponsorenlogos den 12. Platz.
20. 2024 BMW M Hybrid V8
Die Künstlerin Julie Mehretu entwarf das zwanzigste Fahrzeug der BMW Art Car-Reihe. Ihr Kunstwerk kombinierte übereinanderliegende Fotos, kräftige Linien und digital bearbeitete Formen.
Sie stellte sich vor, wie ein Rennwagen aussehen würde, der durch ein großes Gemälde fährt.
Das Modell M Hybrid V8 nahm 2024 am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Diese Veranstaltung markierte die Rückkehr der BMW-Werkswagen in den Rennsport.
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