„Wir konnten Partys für 200 Personen veranstalten, weil das gesamte Gebäude zur Verfügung stand.“ Das 1968 erbaute Elrod House wurde nach dem renommierten Innenarchitekten benannt, der es in Auftrag gegeben hatte, und war sogar 1971 in einem James-Bond-Film zu sehen.
Der Studebaker Avanti ist kein pflegeintensives Auto. „Ein Mann namens Chuck Sherman kümmert sich hier vor Ort um Larks und Avantis“, sagt Gary. „Ich konnte in der Stadt niemanden finden, der ihn lackieren konnte, weil er aus Glasfaser ist, aber wir haben jemanden in San Diego gefunden, der sich mit Lowridern und Custom Cars auskennt.“
Die langen, schweren Türen des Avanti sind mit Mercedes-ähnlichen, klemmfreien Sicherheitsverriegelungen ausgestattet, wahrscheinlich ein Überbleibsel aus der Zeit der Vertriebs- und Vertriebskooperation des Unternehmens mit den Deutschen in den 1950er und frühen 1960er Jahren. Der Boden reicht bis zur Unterseite der Türen und deutet damit auf ein separates Fahrgestell statt einer selbsttragenden Karosserie hin.
Die schmalen Schalensitze sind anders als alles, was man in anderen amerikanischen Autos dieser Zeit finden würde, bieten aber den Passagieren auf den Rücksitzen großzügige Beinfreiheit. Das übersichtliche, schlichte Armaturenbrett mit sechs Anzeigen und der am Boden montierte Schalthebel sind ebenfalls untypisch für amerikanische Autos, auch wenn die stilvollen, von Flugzeugen inspirierten Hebel für Heizung und Belüftung – und die am Dach montierten Schalter – von zweifelhaftem ergonomischem Wert sind.
Die Rundumsicht ist gut, die Sitzposition sinnvoll und es gibt viele raffinierte Details: Eine Klappe in der Hutablage ermöglicht den Zugang zum Kofferraum, und im Handschuhfach befindet sich ein Schminkset. Die lange, asymmetrische Wölbung in der Motorhaube verläuft von der Sichtlinie des Fahrers nach unten.
Auch ohne Kompressor ist der Avanti schnell genug und passt gut zu seiner Kombination aus Automatikgetriebe und Servolenkung, die leichtgängig ist, aber Rückstöße gut abfedert und mit 3½ Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag nicht unangemessen übersetzt ist.
Die Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigungswerte hingen von der Wahl des Achsverhältnisses ab, aber selbst in der Automatikversion konnte man sich auf 193 km/h und 0-100 km/h in 8,5 Sekunden verlassen. Mit einem kernigen Grollen aus den Doppelauspuffrohren beschleunigt der V8 den 1364 kg schweren Avanti zügig aus dem Stand – bei Bedarf mit doppelten Radspuren – und bringt ihn mit minimalem Aufwand auf hohe Reisegeschwindigkeiten. Das Fahrzeug ist spurtreu und bremst in einer geraden Linie.
Die strafferen Federn und der Stabilisator tragen dazu bei, dass der Avanti trotz seines sicheren Untersteuerns ein respektables Handling bietet, aber seine Fähigkeit, eine nennenswerte Kurvenkraft zu entwickeln, wird durch die ungünstige Gewichtsverteilung eingeschränkt. Dass sich der Avanti nur recht gut fährt – und sicherlich nicht so gut, wie er aussieht – spielt eigentlich keine Rolle.
Es spielt auch keine Rolle, dass der Avanti kein konventionell schönes Auto ist. Letztendlich ist er etwas Interessanteres als das. Er ist ein optisch faszinierendes Auto: aus manchen Blickwinkeln unbeholfen, aus anderen (insbesondere von hinten) wunderschön, mit einer exzentrischen Diskrepanz in seiner Form.
Der kraftvolle V8-Motor macht den Studebaker Avanti eher flink als schnell.
Die gleichmäßigen Überhänge vorne und hinten sowie die großzügige Heckscheibe verleihen dem mutigen Studebaker Avanti eine Präsenz und Kraft, die man einfach nicht übersehen kann. Seine superklaren Oberflächen, die integrierten Leuchten und die geschwungenen Seitenscheiben waren Anfang der 1960er Jahre auf beiden Seiten des Atlantiks echt ungewöhnlich für ein Auto.
In der Tat ist dies das perfekte Oldtimer-Modell nicht nur für Palm Springs selbst – wo es schließlich auch entwickelt wurde –, sondern auch für die Besitzer Gary und Joan. „Es gibt wahrscheinlich ein Dutzend davon in der Stadt“, erzählt uns Gary. „Wir veranstalten sogar einen Avanti-Brunch bei uns zu Hause.“
Faktenblatt
Studebaker Avanti R1
- Verkauft/Anzahl gebaut 1963–1964/4643 (insgesamt)
- Konstruktion Stahlchassis, Glasfaserkarosserie
- Motor Vollguss, OHV 4737 ccm V8, Vierfach-Carter-Vergaser (optionaler Kompressor für R2/R3)
- Maximale Leistung 240 PS bei 4500 U/min
- Maximales Drehmoment 330 lb ft bei 3500 U/min
- Getriebe Dreistufiges Automatikgetriebe, Hinterradantrieb
- Federung: vorne unabhängig, mit Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator hinten Starrachse, Radiusstreben, halbelliptische Federn; Teleskopstoßdämpfer v/h
- Lenkungsnocken und Hebel
- Bremsen Scheiben vorne, Trommeln hinten
- Länge 4877 mm
- Breite 1791 mm
- Höhe 1372 mm
- Radstand 2769 mm
- Gewicht 1361 kg
- 0-100 km/h 8,5 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit 193 km/h
Wir hoffen, Ihnen hat die Lektüre gefallen. Klicken Sie bitte auf „Folgen”, um weitere spannende Geschichten von Classic & Sports Car zu lesen.