Zukünftiger Klassiker: Ferrari 12Cilindri

| 25 Feb 2026

Expressionen ultimativer Leistung haben dramatische Veränderungen erfahren: im Stil, durch Aerodynamik, Zwangsaufladung und zuletzt Elektrifizierung, zusammen mit all den computergesteuerten Systemen, die einen Wettlauf im Automobilbau ausgelöst haben, der derzeit einen historischen Höhepunkt erreicht hat. Dennoch ist der V12 von Ferrari mit all seiner Theatralik, seinem Temperament und seiner Kraftentfaltung nach wie vor ein Idol für Enthusiasten geblieben.

Vom 250GT über den 365 GTB/4 Daytona bis hin zu seiner Rückkehr mit dem 550M und dem F12 – dieses hochgeschätzte Layout ist seit jeher das Herzstück einer Anziehungskraft, die über messbare Leistungsfähigkeit hinausgeht. Befreit von der Notwendigkeit, mit 987 PS die PS-Tabelle anzuführen, stellt der 12C mit Front-Mittelmotor die Leistungstreue über die reine Geschwindigkeit.

Ferrari 12Cilindri

Ferrari 12Cilindri V12

Seine Daytona-ähnliche Front, die hochgezogenen Radkästen und das geschwungene Heck gehen in klare Kanten über und bilden eine faszinierende Mischung aus Maranello-Erinnerungen und subtiler Science-Fiction, die es schafft, den Giallo Triplo Strato und jedes Carbon-Accessoire zu tragen, ohne dabei auffällig zu wirken. Es ruft bei den meisten Bewunderung hervor, bei einigen Begeisterung und bei wenigen boshaften Neid.

Im Innenraum zeigen sich die Fortschritte von Ferrari in Bezug auf Material- und Verarbeitungsqualität in Form von edlem Leder, Alcantara und mehr Karbonfaser, mit einer Passform, die vor 15 Jahren für die meisten Supersportwagen noch undenkbar gewesen wäre. Das Herzstück ist jedoch der 6,5-Liter-V12-Motor, der unter der riesigen Aluminiumhaube schlummert. 

Ferrari 12Cilindri

Zur Bestätigung gibt der Ferrari 12Cilindri beim Starten einen kraftvollen Sound von sich und offenbart sofort die Schärfe dieses von Natur aus seidigen V12-Motors, der durch leichtere Innenteile, karbonbeschichtete Ventilstößel und ein hohes Verdichtungsverhältnis von 13,5:1 überzeugt. Doch schon bald beruhigt er sich und versorgt diesen geschmeidig fahrenden Grand Tourer auf Wunsch mit gediegenen Drehmomentreserven, wobei er bei stärkerer Beanspruchung durch seine beiden großen Karbonfaser-Ansaugöffnungen ein tiefes Ansauggeräusch von sich gibt. 

Das resonante Heulen der Maranello-V12-Motoren der Vergangenheit gewinnt bei über 5000 U/min eine neue Dringlichkeit und entwickelt einen durchdringenden Auspuffklang, wenn es sich der Drehzahlgrenze von 9500 U/min nähert.

Ferrari 12Cilindri

Kurze Übersetzungsverhältnisse im geschickten Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe bieten ungehinderten Zugang zu diesem musikalischen Juwel, und das Fahrwerk entwickelt bei Geschwindigkeiten, die nicht unbedingt Ihren Führerschein gefährden, einen feinfühligen Fluss. Trotz der für Ferrari typischen blitzschnellen Lenkung und der raffinierten Hinterradlenkung reagiert der 12Cilindri ganz natürlich, egal welcher „Manettino”-Fahrmodus auf dem am Lenkrad angebrachten Drehknopf ausgewählt ist.

Die Traktion ist immer begrenzt, stellt jedoch selten eine Gefahr dar: Ein Langhubgashebel steuert das Heckverhalten, ohne dass es zu den sprunghaften Bewegungen kommt, die beim 812 Superfast auftreten. Der 12C übertrifft die Wirkung seiner 819 PS und die außergewöhnlichen technischen Lösungen, die hinter seiner Steuerung stehen: Die neueste Episode im V12-Drama von Ferrari ist eine Leistung für sich.


 
 
 

Faktenblatt

  • Motor: 6496 cm3 V12; 819 PS bei 9250 U/min; 678 Nm bei 7250 U/min
  • Getriebe Achtgang-Automatik, Hinterradantrieb
  • 0-62 mph 2,9 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit 340 km/h
  • Kraftstoffverbrauch 15,5 l/100 km

 
 
 

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