Stellen Sie sich einen MG TD mit 54 PS vor, der mit einer Bertone-Karosserie in voller Breite ausgestattet ist – da wäre es nur verständlich, wenn Sie nicht nur neugierig wären, sondern auch ein relativ gediegenes Fahrverhalten erwarten würden. Und doch: Dank des geschickten und sparsamen Einsatzes von Stahl und Aluminium durch den italienischen Karosseriebauer flitzt dieses Arnolt-Cabriolet um Kurven und startet mit einer Wucht los, wie man es niemals erwarten würde.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass Stanley „Wacky“ Arnolt davon überzeugt war, einen Volltreffer gelandet zu haben, als er seine eigene Marke gründete, um diese wunderschönen, hochwertig verarbeiteten Autos in Amerika zu verkaufen – und dabei Bertone vor dem Bankrott rettete.
Die sich erholende Wirtschaft in Europa und der Übergang zur Monocoque-Bauweise schufen Anfang der 1950er Jahre ein schwieriges Umfeld für Turins berühmte Carrozzeria. Obwohl das Turiner Unternehmen heute vor allem als Designhaus bekannt ist, war es bis in die 2000er Jahre hinein auch ein Automobilhersteller. In seiner Verzweiflung, Geld zu verdienen, besorgte sich Nuccio Bertone – Sohn des Gründers Giovanni – zwei MG-TD-Chassis und baute daraus ein Cabriolet und ein Coupé mit, abgesehen von den Dächern, identischer Karosserie.