Der Legende nach stieg Firmenchef KT Keller mit seinem Hut auf dem Kopf in neue Modelle ein und hüpfte auf und ab: Wenn sein Hut die Dachverkleidung berührte, musste das Auto neu konstruiert werden.
Keller übergab 1950 die Leitung an Lester Lum Colbert, und Exner stieg zwei Jahre später zum Direktor für Design auf. Er nutzte die Lockerung der Vorschriften für das Modelljahr 1955 optimal und ließ sich von Harley Earl und den P-38 Lightning-artigen Heckflossen des Cadillac von 1948 inspirieren, um eine kühne Designsprache zu entwickeln, die als „The New 100-Million Dollar Look” bekannt wurde. Bis 1957 waren diese „Forward Look”-Designs mit ihren niedrigen Dachlinien, langen Motorhauben, extravaganten Heckflossen und Jet-Pod-Rückleuchten in ganz Detroit in aller Munde.
Die Autos waren so auffällig und modern, dass der Konkurrent General Motors gezwungen war, seine eigene Modellpalette in letzter Minute zu überdenken, was zu einer Veränderung im Design führte, die weltweit Nachhall fand – und sogar britische Autos wie den Ford Consul und den Vauxhall Cresta beeinflusste.
Das Marketingteam von Plymouth begrüßte das Jahr 1960 bereits drei Jahre früher, und als das neue Jahrzehnt tatsächlich begann, neigte sich die Ära der Heckflossen zugunsten klarer, schlanker neuer Modelle wie dem Lincoln Continental der vierten Generation dem Ende zu. Der Dodge Polara, das Spitzenmodell der Baureihe, ist eines der letzten Beispiele für die Schönheiten des Weltraumzeitalters, die das Design der 1950er Jahre prägten, mit den charakteristischen verkürzten Heckflossen und Rückleuchten, die im beleuchteten Zustand wie die Nachbrenner eines Lockheed Starfighter bei Vollgas aussehen.
Es ist ein Auto, das Romantik und Glamour versprüht. Dieses besondere Exemplar gehört Chris Menrad und strotzt nur so vor Chrom, wo immer man hinschaut, von der teuren und komplexen dreistufigen Frontstoßstange über die Scheinwerfergehäuse bis hin zur Windschutzscheibenumrandung. Alles befindet sich in einem bemerkenswerten Zustand, ebenso wie der aquamarine Lack, der im Laufe der Jahrzehnte zwar etwas matt geworden ist, aber gerade und ehrlich – das Zeichen eines Autos, das sein ganzes Leben lang gehegt und gepflegt wurde.