Nigel Andersons Oxford hat von Anfang an einen Vorteil: Er hat nur 33.000 Meilen (53.108 km) auf dem Tacho und wurde in den 1990er Jahren überholt, nachdem er seit 1956 im Familienbesitz war. Daher müssen alle Aussagen zu seinem Fahrverhalten vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass er mit zwei unrestaurierten Fahrzeugen verglichen wird, die sich aufgrund ihrer höheren Laufleistung bereits eingefahren haben.
Zumindest in meinen Augen hat der Morris den entscheidenden Vorteil, dass er der attraktivste unseres Trios ist. Er mag zwar Anklänge an Chevrolet- und Packard-Modelle der 1940er Jahre aufweisen, doch seine Linienführung ist klar und harmonisch, unterstrichen durch die V-förmige Windschutzscheibe und die Chromverzierungen. Der Oxford ist länger und hat eine breitere Spurweite als der Minx und der Somerset, wodurch er stabiler wirkt.
Es gibt auch viele attraktive Details: Türgriffe, eine hochklappbare Abdeckung für den Anlassergriff und eine lackierte Zierleiste auf den farblich abgestimmten Rädern. Besonders reizvoll sind die kleinen Trittbretter mit ihren Schutzleisten, die beim Öffnen der Vordertüren zum Vorschein kommen.
Im Innenraum sind die Instrumententafel in Braun-Crackle und das goldfarbene Armaturenbrett deutlich markanter gestaltet, bis hin zum verdeckten Handschuhfachverschluss. Die vordere Sitzbank sorgt für mehr Gemütlichkeit im Fond, doch es gibt reichlich Beinfreiheit, wobei der Platz insgesamt dem des Somerset ähnelt. Da es sich um ein Standardmodell und nicht um eine De-Luxe-Ausführung handelt, sind die Sitze mit Kunstleder statt mit Echtleder bezogen – ebenso wie es keine Stoßstangenüberzüge, keine Heizung und nur eine Sonnenblende gibt.
Sobald man den MO fährt, fällt einem als Erstes auf, dass man hier endlich ein Auto hat, dessen Lenkung wirklich gut ist. Die Lenkung des Oxford ist messerscharf, präzise und keineswegs schwergängig; sie ist einfach herrlich. Darauf aufbauend fühlt sich der Morris auf den holprigen Straßen des Fenland mit ihren wechselnden Kurven besser ausbalanciert an, und die schlechte Fahrbahn bringt das Auto nicht so sehr ins Schleudern wie die beiden anderen Modelle.
Der MO reagiert straffer, was sich auch in progressiveren Bremsen und einer knackigen Lenkradschaltung niederschlägt. Man könnte meinen, der Seitenventilmotor sei der entscheidende Nachteil, doch man sollte bedenken, dass er der größte der drei Motoren ist und sein Drehmoment von 88 Nm – 4 Nm mehr als der Austin – bereits bei 2000 U/min liefert, während der Somerset erst bei 2500 U/min darauf kommt. Trotz der üblichen niedrigen Übersetzung ist die Beschleunigung im dritten Gang nicht besonders gut, aber der Morris fährt problemlos mit 50–60 mph, ohne dass der Motor jemals rau klingt.
Man kann das Auto auch auf Trab halten, indem man es temperamentvoller fährt als seine Konkurrenten und dabei sein sicheres Handling nutzt, um in den Kurven die Geschwindigkeit hochzuhalten. Der Oxford ist tatsächlich das einzige Auto der drei, das sich so anfühlt, als sei es von Leuten entwickelt worden, die wollen, dass man Spaß am Fahren hat. Aus diesem Grund geht er als klarer Sieger aus diesem Vergleich hervor. Der Hillman hingegen ist ein durchaus akzeptables, wenn auch emotionsloses Fortbewegungsmittel – ein nettes, unkompliziertes Auto mit ordentlicher Leistung.
Was den Austin angeht, so wird sein knuddeliges Aussehen wahrscheinlich mehr Herzen erobern als seine weniger auffälligen Konkurrenten. Er erfüllt seine Aufgabe – wenn auch durch seine Federung eingeschränkt – vollkommen zufriedenstellend, aber nicht mehr. Der Vorteil geht, trotz des Seitenventilmotors, an Morris.
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