Es hat jede Menge Kraft, wie man es erwarten würde, und fühlt sich wunderbar ausbalanciert an. Man fragt sich zwar, ob Triumph einen Fehler gemacht hat, indem es dieses Aggregat nie in das Auto eingebaut hat, aber wie Carr betont, hat dies dazu geführt, dass der GT6 in puncto Leistung nicht mit der TR-Reihe mithalten konnte.
Außerdem hätten die verschiedenen anderen Modifikationen, die erforderlich gewesen wären, um zu verhindern, dass die erhöhte Leistung die Schwächen des Fahrwerks überfordert, das Modell bei einer so geringen Stückzahl zweifellos finanziell unrentabel gemacht. Und außerdem ist das Serienmodell gut genug, um auch Jahrzehnte nach seiner Markteinführung noch eine treue Anhängerschaft zu begeistern.
Es ist einfach, damit zu leben, da der Ersatzteilmarkt so gut ist, dass man fast ein brandneues Modell bauen könnte. Auch die Arbeit daran ist einfach, da sich die Frontklappe nach außen schwenken lässt, sodass man bequem auf dem Vorderrad sitzend an den Motor gelangt.
Solche praktischen Aspekte sind jedoch eher ein Bonus als das A und O. Tatsache bleibt, dass die einfache Mix-and-Match-Prämisse dieses Autos eine anhaltende Anziehungskraft ausübt: Man nehme einfache Standardkomponenten, füge einen leistungsstarken Motor hinzu, der genau die richtigen Geräusche macht, und garniere das Ganze mit einer attraktiven, fließenden Karosserie.
Der GT6 bietet auch noch etwas anderes – eine individuelle Wahl aus einer der gängigsten Automobilmarken. Das kann man vom ansonsten leistungsfähigen und attraktiven MGB GT nicht behaupten. Für diesen Preis bekommt man eine Kombination, die es sonst nirgendwo gibt. Was das Design angeht, kann der Opel GT mithalten, aber ihm fehlt der Reiz eines Sechszylinder-Motors, ebenso wie dem weniger schönen, aber praktischen – und dynamisch weit überlegenen – Lotus Elan +2.
Triumph entwickelte den GT6 in der produktiven Phase nach der Markteinführung des Herald, in der auch der TR4, der 2000, der Vitesse und der 1300 auf den Markt kamen. Nachdem die Marke weniger als zwei Jahrzehnte zuvor von Standard wiederbelebt worden war, ist es seltsam, dass der Name nur elf Jahre nach Einstellung der Produktion des GT6 erneut verschwunden sein sollte.
Glücklicherweise haben uns Webster, Michelotti und andere ein bedeutendes Vermächtnis hinterlassen.
Faktenblatt
Triumph GT6 Mk1
Mk2 (sofern abweichend)
Mk3 (sofern abweichend von oben)
- Verkauft/Anzahl gebaut 1970–1973/13.042
- Aufhängung hinten (ab Februar 1973) „Schwingspringfeder” Querblattfeder und Schwingachsen
- Länge 3785 mm
- Breite 1486 mm
- Gewicht 878 kg
- 0-100 km/h 10,1 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
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