Warum der Renault 5 ein zukünftiger Klassiker ist

| 2 Feb 2026

„Ist das der neue Renault 5? Darf ich ein Foto machen?“ Das ist nur eine von drei Bemerkungen aus dem Publikum während einer halbstündigen Ladepause. Wenn Sie einen Beweis dafür suchen, dass gutes Design wichtig ist, dann ist dies sicherlich einer. Retro-Neuauflagen von Kultmodellen sind nichts Neues – der „New Beetle“ von VW ist mittlerweile 27 Jahre alt.

Renault hat jedoch mehr getan, als nur den neuen 5 mit Designelementen auf den Markt zu bringen, die an seinen bahnbrechenden Kleinwagen erinnern. Das Unternehmen hat ein Auto geschaffen, an das wir uns in 20 Jahren mit ziemlicher Sicherheit als Europas erstes glaubwürdiges, erschwingliches und begehrenswertes Elektroauto erinnern werden.

Mit einem Preis ab 24.900 € in Frankreich und Deutschland ist es deutlich günstiger als sein Vorgänger Renault Zoe und nur geringfügig teurer als ein Clio, obwohl wir das Modell mit erweiterter Reichweite gefahren sind, das ab 32.900 € kostet. Das einzige Retro-Auto aus Frankreich vor dem 5 war der Alpine A110, der 2017 auf den Markt kam.

In vielerlei Hinsicht widerspricht diese Idee dem hochgeistigen gallischen Design, aber vielleicht ist das der Grund, warum das Modell so erfolgreich die Grenze zwischen Alt und Neu überschreitet.

Der Renault 5 zeigt sich im Innenraum von seiner besten Seite. Die Sitze gehören zu den coolsten, die man in einem Neuwagen finden kann, unabhängig vom Preis. Sie sind vom ursprünglichen 5 Turbo inspiriert und teilweise in Wagenfarbe lackiert. Wenn man sich für die richtige Farbe entscheidet, „Yellow Pop!“ oder „Green Pop!“, sorgen sie für eine erfrischende Abwechslung zu den typischen modernen Farben Schwarz oder Beige.

Auch das Armaturenbrett ist mit farbenfrohen Nähten verziert, während die Decke im Quilt-Look ein normalerweise langweiliges Element interessant macht.

Das aufregende Design und der attraktive Preis würden schon ausreichen, um den Renault 5 bemerkenswert zu machen, aber dazu kommt noch, dass er sich viel besser lenken lässt als alle anderen Fahrzeuge seiner Klasse. Obwohl er nicht ganz so weich wie das Original ist, ist das Fahrgefühl äußerst komfortabel, wenn auch aufgrund des kurzen Radstands auf bestimmten Oberflächen mit einem leichten Hin- und Herwackeln.

Die Lenkung ist straff, schnell und vermittelt, obwohl sie nicht gerade mit Gefühl überfließt, dennoch ein Gefühl der Sicherheit. Sobald der „Eco”-Modus ausgeschaltet ist, ist auch die Beschleunigung mehr als ausreichend.

Bei höheren Geschwindigkeiten flacht die Leistung zwar deutlich ab, aber das Drehmomentverhalten macht immer Spaß, und 7,9 Sekunden bis 100 km/h sind für einen Supermini der Einstiegsklasse mehr als ausreichend (auch wenn einige teurere Konkurrenten schneller sind). Der neue A290 von Alpine bietet eine sportliche Version des Autos für diejenigen, die etwas Sportlicheres suchen, aber ihm fehlt ein Teil des optischen Charmes des Renault, sowohl innen als auch außen.

Einige Kritikpunkte müssen jedoch erwähnt werden: Das Infotainment-System scheint nicht optimal zu sein, während das Fehlen einer Kriechfunktion im Fahrmodus „Drive“ und eine große Totzone beim Gaspedal das Parken in der Innenstadt etwas erschweren könnten.

Die Geschichte wird sich nicht an diese Dinge erinnern, aber wie die ursprünglichen fünf wird auch dieses Modell als eines der bahnbrechenden Designs von La Régie in die Annalen eingehen.

Wer bereit ist, auf Elektroautos umzusteigen, aber noch nicht so richtig begeistert ist, sollte vielleicht noch mal darüber nachdenken: Renault hat eines der ersten wirklich coolen Elektroautos gebaut.


 
 
 

Faktenblatt

  • Motor Einzelner Elektromotor, 52-kWh-Lithium-Ionen-Batterie; 148 PS; 244 Nm
  • Getriebe Ein-Gang-Automatik, Frontantrieb
  • 0-100 km/h 7,9 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit 150 km/h
  • Reichweite 404 km (WLTP)
  • Preis 32.900 € (wie getestet)

 
 
 

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